Dr. Feuerbach unterstützt Schülerprojekt zu Stolpersteinen in Aalen
Wo liegen eigentlich die Dokumente, die eine Stadt an ihre Vergangenheit erinnern, auch die, die von den dunkelsten Kapiteln unserer Geschichte erzählen? Und wie kann aus Papier, Karteikarten und Aktenordnern ein Gedenken entstehen, das heute noch wirken kann? Mit diesen Fragen hat sich eine Klasse des Berufskollegs (BKFH) der Technischen Schule Aalen bei ihrem Besuch im Aalener Stadtarchiv beschäftigt. Stadtarchivar Dr. Georg Feuerbach führte die Schülerinnen und Schüler durch die Magazine und Arbeitsräume und zeigte, wo und wie historische Zeugnisse der Stadt Aalen fachgerecht gelagert, erschlossen und für die Forschung zugänglich gemacht werden.
Der Besuch ist Teil einer Projektarbeit im Rahmen der Erlangung der Fachhochschulreife. Inhaltlicher Anlass ist die Auseinandersetzung mit der Geschichte Aalens während der NS-Diktatur mit einem klaren Schwerpunkt auf den Aalener Stolpersteinen und den Biografien der Menschen, die hinter diesen Namen stehen.
„Es ist wichtig, dass wir im Unterricht nicht nur über Geschichte sprechen, sondern ihr auch begegnen. Am besten authentisch, konkret und mit einer Aufgabenstellung, die in der Gegenwart Relevanz hat“, sagte Ariane Bergerhoff, Lehrerin der Klasse. Deshalb hat sie das Fach bewusst für dieses Thema geöffnet und eine Kooperation mit den Aktiven der Stolperstein-Initiative Aalen aufgebaut. Sie freut sich, dass ihre Schülerinnen und ihre Schüler so engagiert bei der Sache seien. Sie hätten Feuer gefangen, den Schicksalen der Opfer des Faschismus nachzugehen.
Der Besuch im Stadtarchiv war für alle Beteiligten ein besonderer Moment. Dr. Feuerbach nahm sich Zeit, um der Klasse gezielt Quellen und Material zu zeigen, die sich unmittelbar auf die Personen beziehen, mit denen die Schülerinnen und Schüler im Projekt arbeiten. Einige Dokumente durften sie selbst in die Hand nehmen und lesen.
„Der Besuch bei Herrn Dr. Feuerbach war ein echter Höhepunkt und wird uns allen sicher im Gedächtnis bleiben“, sagt Sebastian Teis, ein Schüler des Berufskollegs. „Dass ein Archivar unser Schulprojekt so unterstützt, kann man nicht hoch genug einschätzen.“ so Teis weiter. Dr. Feuerbach mache Archivarbeit sichtbar und erlebbar, sagte Bergerhoff und bedankte sich bei ihm für seine Unterstützung.
Die Ergebnisse der Projektarbeit werden im April fertig sein und sind bewusst so angelegt, dass sie auch außerhalb des Klassenzimmers genutzt werden können. Die Schülerinnen und Schüler entwickeln einen Actionbound. Das ist eine digitale, interaktive Stadtrallye auf dem Smartphone, bei der man Stationen abläuft, Informationen erhält und Aufgaben löst. Darüber hinaus arbeiten sie an einem Podcast, an einem Internetauftritt und an Wikipedia-Einträgen, um Wissen auch digital und insbesondere für jüngere Menschen zugänglich zu machen, um das Gedenken an die Opfer der Verbrechen der Nationalsozialisten gerade jetzt in der heutigen Zeit aufrechtzuerhalten.
